Murgänge können durch Erosion entlang ihres Fliessweges erheblich an Volumen und damit an Gefährdungspotenzial gewinnen. Diese Erosionsprozesse hängen erwiesenermassen mit den Sättigungsbedingungen des Sediments vor dem Ereignis zusammen. Solche hydrologische Einflussfaktoren werden bei der Murgangmodellierung bisher jedoch nicht explizit berücksichtigt. Im vorliegenden Beitrag wird ein Ansatz vorgestellt, um diese Lücke zu schliessen.
Das verwendete Simulationsprogramm (RAMMS) ist in der Lage, für eine Mehrheit der Murgangereignisse die Fliess- und Erosionseigenschaften gut abzubilden. Darüber hinaus kann in diesen Fällen ein klarer Zusammenhang zwischen der Erodierbarkeit und der vorhergehenden Sättigung des Fliesspfades festgestellt werden. Die vorgestellte Methode stellt eine vielversprechende Grundlage für eine umfassendere Beurteilung von Gefahrenprozessen sowie deren Beeinflussung durch den Klimawandel dar.